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Evangelische Schulen

Evaluation "60-Min-Stunden" am Evangelischen Gymnasium Siegen

Dietlind Fischer, Andreas Feindt

Das Evangelische Gymnasium Siegen hat beschlossen, zu Beginn des Schuljahres 2006/2007 eine neue Strukturierung der Unterrichts- und Pausenzeiten zu erproben. Diese Maßnahme zur Erhöhung der Unterrichtsqualität und zur Entzerrung des Unterrichtstages soll zunächst für ein Schuljahr gelten. Die Entscheidung für eine Fortführung soll möglichst „datengestützt“ getroffen werden. Das CI wurde um eine externe Evaluation gebeten.

In Absprache mit Schulleitung und Kollegium wurde ein Evaluationskonzept entwickelt, das einerseits der Schule zur Entscheidungsfindung dienen kann, andererseits auch ausloten lässt, in welchem Ausmaß eine formale, organisatorische Veränderung pädagogisches Innovationspotential zur Entfaltung bringt. Die zu erhebenden Daten sollen eine die subjektiven Meinungen in der Lehrerschaft ergänzende objektivierende Argumentationsgrundlage bereitstellen. Zwar steht die Perspektive der LehrerInnen als Handlungs- und Entscheidungsträger im Mittelpunkt, jedoch sollen – vermittelt über deren Feedback und Evaluation in den Klassen – auch die Perspektiven der SchülerInnen einbezogen werden. Für die weiterreichende Intention einer Unterrichtserneuerung ist es wichtig, dass anhand der Daten Bedingungen des Gelingens bzw. Misslingens identifiziert werden können.

Die LehrerInnen werden zu zwei Zeitpunkten per Fragebogen befragt. Die Erhebung der Schülerrückmeldungen wird von den LehrerInnen selbst im Rahmen des Unterrichts durchgeführt. Zusätzlich werden nach einem halben Jahr der Erprobung Gruppendiskussionen mit fünf Fachschaften der Schule durchgeführt. Die Ergebnisse der Datenerhebung und -auswertung sollen in einem Workshop zurückgemeldet werden, so dass die Auswertung Folgen für künftige Handlungspläne des Kollegiums haben kann.

Ob der Versuch einer Integration der Evaluation in den weiterführenden Prozess der Schul- und Unterrichtsentwicklung gelingt, bleibt abzuwarten. Wenn die LehrerInnen das Feedback der SchülerInnen einholen, dann ist das nicht nur eine Form der „objektiven“ Datenerhebung, sondern gleichzeitig der Ansatz eines systematischen Schüler-Feedbacks, das nicht allgemein, anonym und mehrheitlich zur Sprache kommt, sondern konkret und fachunterrichtsbezogen und deshalb auch für die konkrete weitere Unterrichtsgestaltung relevant sein wird. Auch die Durchführung der Gruppendiskussionen in den Fachschaften dient einerseits der Erhebung von Daten. Andererseits kann ein solches Setting bereits als eine Form des kollegialen reflexiven Austausches über den Unterricht am Evangelischen Gymnasium Siegen gesehen werden.

Die erste Fragebogenerhebung wird zur Zeit ausgewertet. Die weiteren Erhebungen beginnen Anfang des Jahres 2007. Wir sind gespannt auf die Erfahrungen und werden zu späterer Zeit – in Absprache mit der Schule – darüber berichten.

Dietlind Fischer, fischer@comenius.de

Andreas Feindt, feindt@comenius.de

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